SoLoMo: Die „Social Local Mobile“-Bewegung

Mit dem Kürzel SoLoMo wird eine neue Bewegung beschrieben. Hinter SoLoMo verbergen sich die drei Schlagwörter Social, Local, Mobile. Jedes für sich stellt ein Onlinegebiet dar, doch ihr Zusammenwachsen und Zusammenwirken „ändert alles, wieder einmal“, wie es der Technologie-Vorreiter Apple ausdrücken würde. SoLoMo steht jedoch nicht für einen neuen Hype, sondern für eine fundamentale Veränderung der Internetnutzung und damit einhergehend auch der Internetangebote.

Social:
„Social“ steht für den seit Jahren immer stärker wachsenden Social-Media-Markt. Allen voran zählen hierzu soziale Netzwerke, aber auch Blogs, Foren, Micro-Blogging-Dienste sowie Video- und Foto-Sharing-Portale. Insgesamt betrachtet steht „Social“ für weitgehend barrierefreie, nahezu hierarchielose und zum Teil basisdemokratische Kommunikation und Interaktion im Netz.

Barrierefrei insofern, als räumliche Entfernungen kein Hindernis für den Austausch darstellen. Hierarchielos, weil hier User auf Augenhöhe interagieren. Der Meinungsaustausch in den sozialen Medien hat basisdemokratische Züge, da Zuspruch wie Ablehnung leicht zum Ausdruck gebracht werden können und das eine wie das andere zügig weite Verbreitung finden kann. Meinungen können hier eine große Reichweite erzielen und durch den Zuspruch beziehungsweise die Ablehnung vieler finden permanent Abstimmungen statt, wodurch online wie auch offline Trends gesetzt werden.

Dabei funktioniert die soziale Kommunikation im Internet ähnlich wie der soziale Austausch offline. Es geht um Unterhaltung, Meinungsaustausch, Klatsch und Tratsch, Interaktion und Mobilisierung. Nur eben barrierefrei, hierarchielos und basisdemokratisch.

Mobile:
Durch die technische Weiterentwicklung der Mobiltelefone wie auch der Netze wird der mobile Zugriff auf das Internet alltäglich. Der mobile User ist überall und zu jeder Zeit online. Derzeit wird zwar der mobile Internetzugriff noch überwiegend zum Abrufen der E-Mails oder zur punktuellen Informationssuche genutzt. Künftig werden jedoch die lokale Umgebung und das soziale Umfeld eine immer wichtigere Rolle in der mobilen Internetnutzung einnehmen.

Einen großen Schub für diese Entwicklung war die technische Weiterentwicklung im Bereich der Lokalisierungs- und Kartendienste. Hierdurch rückte plötzlich die direkte Umgebung stärker in den Mittelpunkt der mobilen Internetnutzung. Das Leistungsspektrum von Navigationsgeräten wird zusehends durch die Angebote von Smartphones auf diesem Gebiet verdrängt.

Hierbei kommt den Smartphones eine immer bessere Usability zugute, die neben den Navigationsdiensten vor allem auch durch die Nutzung von Social Media punkten können. Der vereinfachte Zugriff und die intuitivere Bedienung von Social-Media-Angeboten über mobile Endgeräte stellen in Verbindung mit den Karten- und Lokalisierungsdiensten wichtige Meilensteine auf dem Weg zum permanenten Onliner dar. Die mobile Internetnutzung wird immer einfacher, intuitiver und für mehr alltägliche Begebenheiten nützlich. Daher wird es sich bei den künftigen permanenten Onlinern nicht mehr nur um eine spezifische internetaffine Gruppe handeln, sondern mittelfristig den Großteil der Gesellschaft umfassen.

Local:
Bislang diente das Internet in erster Linie der globalen Vernetzung. Die direkte Umgebung eines Users wurde lange Zeit vernachlässigt. Mit Social Media wurde ein erster Schritt getan, das soziale Umfeld eines Users im World Wide Web zu bündeln. Da mobile Endgeräte vielfältige neue Funktionen bieten, welche zudem auch die geografische Umgebung des Users miteinbeziehen können, rückt nun das soziale wie auch räumliche Umfeld des Users in den Fokus. Dieser technische Fortschritt hat direkten Einfluss auf das Surfverhalten der User und verändert das Internet nachhaltig. Die wachsende lokale Nutzung des Internets bringt neue Internetangebote hervor, die konkret auf diese lokale Nutzungsnachfrage zugeschnitten sind.

Dies hat zur Folge, dass das Internet zunehmend zu einer Abbildung und digitalen Weiterführung der Realität wird. Das Internet kommt der lokalen Nutzungsnachfrage entgegen und liefert dem User, egal in welcher räumlichen und sozialen Umgebung er sich gerade bewegt, einen konkreten Mehrwert. Dieser Mehrwert kann vielfältig sein. Es haben sich in den letzten Jahren zahlreiche neue erfolgreiche Geschäftsmodelle etabliert, die versuchen, diesen lokalen Mehrwert für den mobilen User herzustellen. Dieser kann darin bestehen, sich in einer unbekannten Umgebung zurechtzufinden, Freunde über den aktuellen Standort zu informieren und Parkplätze oder Restaurants ausmachen zu können. Die Nachfrage und auch die Möglichkeiten scheinen hier unerschöpflich. Der Bedarf, die räumliche wie soziale Umgebung auch online widerzuspiegeln, wird beispielsweise über Lokalisierungs- und Kartendienste, aber auch über soziale Netzwerke und Bewertungsplattformen gewährleistet.

Autor: Tim Ringel

Tim Ringel ist CEO und Mitbegründer der Performance-Marketing Agentur metapeople GmbH mit Hauptsitz in Deutschland und ist hierbei verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Customer Relationship, Management und internationale Kooperationen. Er ist Chairman des SEMPO German Chapter und aktives Mitglied in federführenden Arbeitskreisen des Bundesverbandes für Digitale Wirtschaft (BVDW).